Wie kann ich meine Privatsphäre bei Windows 10 besser schützen?

Nico Müller
2019-09-23 15:52

Die Datenschutzeinstellungen von Windows 10

Windows 10 bietet eine große Spanne an Optionen, mit denen Sie Ihr Nutzungsverhalten vor Microsoft und seinen Partnern maskieren können. Allerdings müssen Sie diese selber einrichten, da Ihr Gerät automatisch darauf eingestellt ist, jegliche Daten für Windows-Services zu übertragen und Apps uneingeschränkten Zugriff auf Ihre Daten zu geben.

Dabei sollten Sie beachten, dass Sie die meisten Datenschutzoptionen ohne Bedenken anstellen können, bei manchen Services aber eine eingeschränkte Nutzererfahrung erleben könnten.
Um zu den Datenschutzeinstellungen zu gelangen, geben Sie entweder in der Suchleiste "Datenschutzeinstellungen" ein, oder drücken Sie die [Windows-Taste] + [I] und drücken auf dieses Feld.



Was diese Datenschutzeinstellungen sind und wie sie sich auf Ihre Nutzung auswirken, werden wir im folgenden Artikel erklären. Zuerst einmal gilt es, die sechs wichtigsten Optionen (auch Windows-Berechtigungen genannt) zu listen, nämlich:
  • Die allgemeinen Datenschutzoptionen
  • Spracherkennungsdienste
  • Freihand- und Eingabeanpassungen
  • Diagnose und Feedback
  • Aktivitätsverlauf

 Allgemeine Datenschutzoptionen

Unter den allgemeinen Datenschutzoptionen können Sie bereits einen Großteil Ihrer Privatsphäre sichern. Hier können Sie praktisch die "Werbung" regulieren, die Sie auf Ihrem PC sehen werden. Microsoft benutzt für jeden User eine individuelle "Werbe-ID", welche benutzt wird, um Ihre App-Aktivität und Sprachlisten zu verfolgen und dafür personalisierte Werbung anzuzeigen, wie auch Start- und Suchergebnisse eher an Sie anzupassen.
Die Einrichtung dieser Optionen selber verläuft relativ simpel, da Sie einfach nur mit Ihrer Maus einen Button an- oder ausstellen müssen. Im Grunde sehen alle Datenschutzfenster ungefähr so aus:



Spracherkennung

Wenn Sie oft und häufig Cortana oder andere Apps, die die Cloud-basierte Windows-Spracherkennung verwenden, benutzen, so nutzt Microsoft diese Daten zur Verbesserung der Sprachdienste. Bemerken Sie, dass wenn Sie dieses Feature ausstellen, so können Sie nicht mehr mit Cortana sprechen oder diktieren, allerdings bleibt die Nutzung der Windows-Spracherkennungs-App und anderen von der Cloud unabhängigen Sprachdiensten uneingeschränkt.

Freihand- und Eingabeanpassung

Hier nutzt Windows Ihren Eingabeverlauf sowie Handschriftenmuster, um eine Art "Wörterbuch" zu erstellen, was auf Sie abgestimmt ist. Über diese Daten versucht es, ein Handbuch für Sie zu erstellen, das Eingabevorschläge anbietet die Ihrem Schreibverhalten ähneln  bzw. Wörter ausfüllt, die Sie oft benutzen. Das abstellen dieser Funktion zieht die Konsequenz, dass das "Wörterbuch" gelöscht wird und die Eingabevorschläge verschwinden.

Diagnose und Feedback

Hier können Sie auswählen, welche Diagnosedaten an Microsoft gesendet werden. Microsoft nutzt diese Daten hauptsächlich um zu gewährleisten, dass Ihr Gerät sicher und auf dem neuesten Stand ist.
Hier haben sie zwei Optionen: [Standard] und [Vollständig]
Wählen Sie [Standard] aus, so sendet Ihr Gerät einzig und allein Informationen  darüber, ob Ihr Gerät und seine Dienste ordnungsgemäß ausgeführt werden.
Wählen Sie [Vollständig] aus, übermitteln Sie alle grundlegenden Diagnosedaten inklusive Informationen über besuchte Websites, App- und Funktionsnutzung, Fehlerberichte, Gerätezustand und Geräteaktivität.

Hier können Sie außerdem auch das Sammeln Ihrer Daten zur Individualisierung unterbinden und ihre Diagnosedaten löschen  lassen.



Aktivitätsverlauf

Unter dem Aktivitätsverlauf können Sie auswählen, ob dieser auf Ihrem Gerät gespeichert werden soll. Diese Funktion koppelt sich hauptsächlich an die Windows-Timeline-Funktion an, welche in diesem Artikel behandelt wird.

Außerdem haben Sie hier die Option, Ihren Aktivitätsverlauf an Microsoft zu senden. Dies dient hauptsächlich dazu, Ihnen zu helfen Ihre letzte Aktivität wiederzufinden, auch wenn Sie das Gerät wechseln.

App-Berechtigungen

Neben den Haupteinstellungen von Windows können Sie auch festlegen, welche Apps wie und in welchem Ausmaß mit Ihren persönlichen Daten bzw. Ihrem Gerät interagieren dürfen.
Um Ihnen einen Einblick zu gewähren, hier sind nur ein paar Optionen aus der Liste der Möglichkeiten:



Wie Sie sehen, ist die Auswahl nicht gerade bescheiden. Unter den jeweiligen Punkten können Sie sogar festlegen, ob die Funktion komplett oder nur für bestimmte Apps unterbunden werden soll.



Zum Schluss würden wir Sie gerne nur nochmal darauf hinweisen, dass einige Einstellungen verschiedene Apps in Ihrer Nützlichkeit stark einschränken können.
Deshalb sollten Sie sich überlegen, ob Sie z.B. Skype wirklich den Zugriff auf Ihre Kamera verweigern wollen.
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